Anna Przemyska (1924-1995) stammte aus Orawka, doch ihr berufliches Leben spielte sich in Warschau (Warszawa) ab. Sie kehrte jedoch oft zu ihren engsten Verwandten – Sabina und Jan Obyrtacz – zurück und wohnte nicht nur in ihrem Haus (das sie nach dem Namen ihrer Mutter „Villa Sabina“ nannte), sondern ging auch viel im Dorf und in ganz Arwa (Orawa) spazieren, traf sich mit den Bewohnern, unter denen sie viele Freunde hatte, und respektierte die Goralen aus Arwa, die ihrerseits ihre Offenheit gegenüber anderen Menschen schätzten.
Anna Przemyska war Dichterin, Mitglied des Verbands polnischer Schriftsteller (Związek Literatów Polskich), Autorin von Kinderliedern und arbeitete während der Besatzung aktiv mit der Widerstandsbewegung zusammen. Als Mitglied der Heimatarmee (Armia Krajowa) transportierte sie Briefe, Presse, Geld und Chiffren über die Grenze (und dann auch weiter nach Ungarn). Sie beteiligte sich auch an der Überführung von Personen. Bei ihrer Tätigkeit im Untergrund war sie vor allem auf der Route unter dem Pseudonym „Schule“ aktiv, die durch ihre Heimatstadt geführt wurde. Przemyska selbst benutzte die Aliasnamen: Anka, Aniczka, Marta. Für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit im Untergrund wurde sie 1944 mit dem Silbernen Verdienstkreuz mit Schwertern ausgezeichnet.