Małopolska im Kino: Wird Kraków irgendwann James Bond erleben?

Blick aus der Vogelperspektive auf die Weichsel, die durch Kraków fließt
Das ist Tourismus für Genießer und Entdecker, der so genannte Kulturtourismus. Die aus den Kinofilmen bekannten Schauplätze können allerdings zu einem großen Anreiz werden, diese Orte mal selbst zu besuchen. So wie nach der Premiere des letzten James-Bond-Films die Touristen nach Matera (Italien) strömten, so kamen und kommen auch heute noch die Fans des Films „Schindlers Liste“ nach Kraków. Małopolska und Kraków sind in vielen Filmen verewigt worden. Es lohnt sich, diese Orte zu besuchen!

Steven Spielberg auf den Straßen von Kraków - die Magie des Kinos

Die heutigen Filmproduktionen sind nicht nur ein Geschäft für das Kino, sondern auch ein riesiger Werbe- und Tourismushebel. Orte, an denen „Game of Thrones“, „Harry Potter“, weitere Folgen der Narnia-Geschichten oder die letzte Folge von „Star Wars“ gedreht wurden, ziehen Hunderttausende von Touristen an, die diese nicht nur besuchen, sondern auch Millionen von Souvenirs kaufen. Einige Szenen der Narnia-Geschichten wurden im Heuscheuergebirge gedreht, und die berühmte Szene der Flucht vor der Weißen Hexe auf dem zugefrorenen See wurde auf dem Siemianowski-See in der Region Podlasie gedreht.

Ein solches Interesse an Kraków wurde durch den Film „Schindlers Liste“ ausgelöst, der Anfang der 1990er Jahre in unserer Stadt gedreht wurde und die Geschichte eines deutschen Industriellen erzählt, der während des Zweiten Weltkriegs rund 1.200 polnischen Bürgern jüdischer Herkunft das Leben rettete. Diese überaus wahre Geschichte wurde fast an deren echtem Schauplatz in den Krakauer Statteilen Kazimierz (städtisches Spiel über Kazimierz) und Podgórze gedreht. Der Film, bei dem Steven Spielberg höchst persönlich Regie führte, machte Kraków weltberühmt, und bis heute ist die Marke „Fabryka Schindlera“ (Schindlers Fabrik) in der ganzen Welt bekannt. Das ist die ehemalige „Emalia“-Fabrik in Podgórze, die während des Krieges von Schindler verwaltet wurde und in der eine polnisch-jüdische Belegschaft arbeitete. Heute beherbergt sie eine Zweigstelle des Krakauer Stadtmuseums (einer der besten Museumsräume der Stadt) mit einer Ausstellung zum Zweiten Weltkrieg. Zu sehen ist dort auch das rekonstruierte Schindlers Büro.

Interessanterweise war es der österreichische Industrielle Julius Madritsch, der Juden während des Zweiten Weltkriegs in Kraków in noch größerem Umfang half, doch er hatte nicht das Glück, berühmt zu werden, obwohl seine Verdienste in polnischen Fachabhandlungen beschrieben wurden. Spielberg hat jedoch dem Andenken an Madritsch Genüge getan, indem er ihn als Episodenfigur in seinem Film erwähnte.

Jim Carrey auf den Straßen von Kraków - auf den Spuren von Verbrechen und Kriminalität

Kraków ist auch in einem Hollywood-Film mit Jim Carrey in der Hauptrolle zu sehen. Es ist die größte internationale Produktion, die bisher in Polen entstanden ist. In "True Crimes" wird die Hauptrolle von dem kanadisch-amerikanischen Star Jim Carrey ("Ace Ventura: Dog Detective", "Die Maske", "Dumm und Dümmer", "Die Truman Show", "Der Mondmann") gespielt, der mit zunehmendem Alter ernster wird und sich erfolgreich in Bereichen ernster dramatischer Rollen behauptet. Seine Partnerin ist unter anderem Charlotte Gainsbourg, die Tochter der legendären Serge Gainsbourg und Jane Birkin. Von den polnischen Schauspielern sind u.a. Agata Kulesza, Zbigniew Zamachowski und Robert Więckiewicz zu sehen.

„True Crimes“ ist ein Psychothriller, der sich an der... polnischen Geschichte inspiriert. Anfang des 20. Jahrhunderts veröffentlichte der Breslauer Schriftsteller Krystian Bala einen Kriminalroman, in dem es um einen Mord geht, den der Schriftsteller am Liebhaber seiner Frau verübt. Einige Jahre später wurde Bala in einem Indizienprozess zu 25 Jahren Haft verurteilt, für den... Mord am Liebhaber seiner Gattin. Der Film zeigt die malerischen Straßen von Kraków, deren geheimnisvolle Aura Pessimisten aus der ganzen Welt anziehen mag. Dies gilt umso mehr, weil diese Düsternis der Krakauer Hinterhöfe auch in „Czerwony pająk“ (Rote Spinne) zu sehen ist, einem Film von Marcin Koszałka, der sich lose an der Figur des Krakauer Serienmörders Karol Kot orientiert.

Kraków hat sich schon mehrmals einen Namen als charmanter Ort des filmischen Bösen gemacht. Zu den besten gehört wohl Juliusz Machulskis "Vinci", mit ausgezeichneten Szenen auf der Terrasse der Musikakademie (im Film die Wohnung des Protagonisten Szerszen) und auf den Weichsel-Boulevards, wo das Gebäude der Polizeistation in der ul. Szeroka, in der die Abteilung für Kunstdiebstähle untergebracht ist und in der "Cuma" Bericht erstattete, oder die Fronleichnambasilika (Szenen mit einer dort platzierten Bombe) eine echte Berühmtheit erlangten. Wie wir uns erinnern, erzählt der Film die Geschichte eines versuchten Diebstahls der „Dame mit dem Hermelin“, die im Museum der Fürsten Czartoryski ausgestellt wird. In dem Film treten zudem mehrere bekannte und authentische Krakauer Persönlichkeiten auf.

Jacek Bromskis Film „Uwikłanie“ (Verstrickung), basierend auf dem Drehbuch von Bromski und Machulski und dem Roman von Zygmunt Miłoszewski, ist eine Kriminalgeschichte mit einem klaren und brutalen Motiv der nicht abgerechneten der kommunistischen Vergangenheit. Wir erleben hier ein wahres Festival der Krakauer Landschaften, mit dem  Schloss Przegorzały oder den düsteren Gemäuern des ehemaligen Hotels Forum. Hier kann man buchstäblich auf den Spuren des Verbrechens wandeln, genau wie in Krzysztof Krauzes „Gry uliczne“ (Straßenspiele), der 15 Jahre zuvor über die journalistische Untersuchung des Mordes an Stanisław Pyjas berichtete. In diesen beiden Filmen, die in ideologischer Hinsicht ähnlich sind, hat die Kamera zwei Epochen Krakaus aufgenommen. Vor und nach der großen Modernisierung.

Der Papst in den Straßen von Kraków und die „Wilden Felder“ der Ukraine

Wo sollte man am besten einen Film über Karol Wojtyła drehen? Natürlich in Kraków. Seitdem die Welt die Größe von Karol Wojtyła erkannt hat, werden Filme über ihn gedreht, angefangen mit „Vor dem Juwelierladen“, einem Film, der auf Wojtyłas Gedichten basiert und in dem Burt Lancaster die Hauptrolle spielt, bis hin zu großen Biografien – „Aus einem fernen Land“ oder „Karol. Der Mann, der Papst wurde“. Sowohl in Kraków, als auch in der ganzen Region Małopolska gibt es Orte, die durch die Anwesenheit von Karol Wojtyła - Johannes Paul II berühmt wurden. Aber würden Sie erwarten, dass man auch Szenen aus der fernen Ukraine in Kraków drehen kann? Doch. In Kraków, in einem überfluteten Steinbruch in Zakrzówek, drehte Jerzy Hoffman die Szenen für sein Meisterwerk „Mit Feuer und Schwert“, in denen Skrzetuski als Teil einer Gesandtschaft zum Kosaken-Hetman Chmelnyzkyj den Fluss Dnister hinunterfährt. Hier wurden die großen Kosaken-Boote zu Wasser gelassen und von einer schwimmenden Plattform aus gefilmt. Der weitere Verlauf von Skrzetuskis Reise entlang des Flusses Dnister wurde am See Klimkówka gedreht, Szenen in der Kleinstadt Czechryn im Ethnografischen Park in Zubrzyca Górna und die Reise zur Behausung der Hexe Horpyna in einem Krakauer Tal, weitere Aufnahmen in der Höhle Nietoperzowa, die Festung Bar spielte die Benediktinerabtei in Tyniec.

Wer hätte je gedacht, dass Kraków in die Rolle der Stadt Kalisz - bzw.  Kaliniec aus der Romanverfilmung von „Nächte und Tage“ schlüpfen würde? (1975 für einen Oscar nominiert) Jerzy Antczak verwandelte den Plac Nowy in Kazimierz in das Zentrum einer Stadt aus dem 19. Jahrhundert, und man muss zugeben, dass der Platz im Film sehr attraktiv wirkt (die Produktion fand Mitte der 1970er Jahre statt), denn schon Anfang der 1990er Jahre konnten hier nur noch Szenen aus der Kriegszeit gedreht werden.

Natürlich gibt es Filmgeschichten, die in Kraków spielen müssen, denn welche Stadt könnte Kraków selbst, seine magische Atmosphäre oder seinen Spleen spielen? Filme wie „Spis cudzołożnic“ (Liste der Ehebrecherinnen), „Pogoda na jutro“ (Wetter für den Morgen) oder „Anioł w Krakowie“ (Ein Engel in Kraków), die Menschen und die Stadt gleichermaßen porträtieren. Und wo sonst, wenn nicht in Nowa Huta, hätte Andrzej Wajdas „Der Mann aus Marmor“ entstehen können, der sich lose an der Biografie des Maurers Piotr Orzański inspiriert, einem so genannten Arbeiterführer in Nowa Huta in den späten 1940er und frühen 1950er Jahren. 

In der Landschaft von Małopolska - Sommerferien mit den Geistern

Małopolska ist ein unerschöpflicher Reichtum an Landschaften und Orten, die Filmemacher inspirieren. Zum Beispiel das Schloss von Pieskowa Skała, das wohl schon alles gespielt hat, was es zu spielen gibt (von „Sekunden entscheiden“, über „Janosik“, „Schwarze Wolken“ bis „Mit Feuer und Schwert“). So wie der berühmte Durchbruch des Flusses Białka bei Krempachy, an dem unter anderem die bravourösen Szenen in „Janosik“ und das unvergessliche Bild einer Messe mit einem Kanu anstelle eines Altars in „Karol. Der Mann, der Papst wurde“ gedreht wurden. Wie die Felsen und Täler des Krakau-Tschenstochauer Jura, die sogar Schauplatz polnischer Western waren (ja, ja, die gab es!). Die letztgenannten Orte wurden durch ihre Beteiligung an dem wohl berühmtesten polnischen Film im Westen, nämlich „Der Handschrift von Saragossa“, bekannt. Der Film von Wojciech Jerzy Has wurde u. a. von Martin Scorsese, Luis Buñuel, David Lynch und Lars von Trier zu einem der größten Filme der Welt erklärt.

Nur die Verwalter des Schlosses Dunajec in Niedzica am Czorsztyński-See wissen, wie der eigene Ruhm gepflegt werden soll. In den Sommerferien fanden hier Veranstaltungen statt, die an die Kultserie für die Jugendliche „Wakacje z duchami“ (Sommerferien mit Geistern) von Stanisław Jędryk anknüpften. Die meisten Szenen wurden in der hiesigen Burg und ihrer Umgebung gedreht. Und das war zu einer Zeit, als es den Czorsztyńskie-See noch nicht gab.

Als ein Filmphänomen gilt auch der ehemalige Bahnhof der galizischen Transversalbahn in Kasina Wielka, der bereits in mehr als einem Dutzend Filmen aus verschiedenen Epochen zu sehen war, darunter im Andrzej Wajdas „Katyn“. Neben den historischen Bahnhofsgebäuden und der herrlichen Landschaft erweist sich hier die Nähe zum Eisenbahnfreilichtmuseum in Chabówka als besonders günstig

James Bond auf den Straßen von Kraków - was hat Bollywood noch mit uns vor?

Wir wissen sehr gut, dass James Bond gerne reist. Das Team hat bereits an vielen Orten auf der ganzen Welt gedreht, der für uns nächstgelegene ist Prag. Und wir denken auch daran, dass Bond manchmal gerne einiges kaputt macht. So wie die Filmemacher aus Bollywood, der indischen Traumfabrik, die in Kraków Szenen für die Megaproduktion „Aazaan“ gedreht haben. Es ist ein Film im Bond-Stil mit einem der größten Stars des indischen Kinos in Besetzung. Gedreht wurde er auf dem Platz Szczepański, auf dem Krakus-Erdhügel, in den Straßen ul. Pijarska, Floriańska, am Plac Nowy, in Ludwinów und Balice. Sie wollten sogar den Hauptmarkt in die Luft jagen. Obwohl die indische Kinoindustrie die größte der Welt ist, hat sie doch eine schwache Werbewirkung. Dies war nicht der einzige Besuch von Bollywood-Gästen. Sie haben hier mehrere Filme gedreht, zum Beispiel einen in der Tatra. Das Tatra-Gebirge war auch Schauplatz eines der größten Filmskandale. 1987 wurde während der Dreharbeiten zu dem Film „Bermuda-Dreieck“ die Berghütte auf der Lichtung Pisana im Kościeliska-Tal gesprengt. Das polnische Tatra-Gebirge ist auch Schauplatz mehrerer polnischer Filme, z. B. „Der Provokateur“ von Agnieszka Holland und „Illumination“ von Krzysztof Zanussi. 

Für die Fans des Lokalen dienen Filme oft als eine Aufzeichnung von Orten, die nicht mehr existieren oder sich völlig verändert haben. Dies gilt für Filme aus den sechziger und siebziger Jahren, um nur „Podróż za jeden uśmiech“ (Eine Reise für ein Lächeln) (erste Folge), „Jowita“, „Die Kunst, geliebt zu werden“ oder „Skarb trzech łotrów“ (Der Schatz der drei Schurken) zu nennen. Wir empfehlen den letzten Film - eine echte filmische Zeitreise in das Kraków der frühen siebziger Jahre und in das immer noch kultige, wenn auch inzwischen nicht mehr für Gäste geöffnete Hotel Cracovia. 

Wir sollten auch nicht vergessen, dass Kraków ein Schauplatz des Filmmusikfestivals und des Krakauer Filmfestivals ist 

 

Multimedia


Propozycja szlaków pieszych w Małopolsce